Der LSA Berlin unterstützt den bundesweiten Bildungsstreik Drucken
Geschrieben von: vito   
Freitag, 27. November 2009 23:19
Und täglich grüßt die Misere - am 17.11.2009 gehen Schülerinnen und Schüler im ganzen Land wieder auf
die Straße, um für ein besseres Bildungssystem zu demonstrieren. Die alljährlichen Bildungsstreiks werden kein
Ende haben, solange Bildung nicht auch abseits von Bildungsgipfeln als Wert und als Voraussetzung für poli-
tischen und wirtschaftlichen Fortschritt ganz oben auf der Agenda steht.
Doch mit wirtschaftlichem Fortschritt meinen wir nicht teure Elitenförderung, sondern ein weitreichendes und
vor allem kostenloses Bildungsangebot für Schülerinnen und Schüler aller Gesellschaftsschichten und jeder
Herkunft, denn Lernmittelfreiheit und ein Studium, das nicht vom Geldbeutel abhängt, stellen die Weichen für
Chancengleichheit auf dem Bildungsmarkt der Bundesrepublik.

Schule ist für eine Mehrheit der SchülerInnen bloß noch ein Aufenthaltsort, dem sie sich nicht entziehen kön-
nen. Es bedarf also einer erheblichen Verbesserung der Beziehung zwischen SchülerIn und Schule als auch
zwischen SchülerIn und Lehrkraft. Ohne Rahmenbedingungen, wie saubere Toiletten und genug Lehrpersonal,
hilft auch die beste Motivation nicht, diese Verbesserung umzusetzen.
Der LSA setzt sich für eine Gemeinschaftsschule ein und sieht die Berliner Schulstrukturreform als ersten
Schritt in die richtige Richtung an. Aber ohne eine Anpassung der Ausbildung von Lehrkräften an die neuen
Gegebenheiten sehen wir den Erfolg der Reform in Gefahr. "Wir brauchen auch mehr Lehrkräfte, vielleicht
reicht auf manchen Schulen eine pro Klasse einfach nicht mehr aus.", sagt Enis Wilmesmeier, Vorstandsmit-
glied im LSA.

Auch das verkürzte Abitur lehnen wir ab. "Müsste ich mein Abitur in 12 Jahren machen, hätte ich wohl kaum
noch Zeit, mich in der Schülervertretung zu engagieren", gibt Enis Wilmesmeier außerdem zu.

Deshalb unterstützt der LSA Berlin den Bildungsstreik von Studierenden und SchülerInnen. "Wenn es sonst keine
Reaktionen gibt, muss auch mal die Schule geschwänzt werden oder eine Universität besetzt werden.", bekräf-
tigt Vito Dabisch, Vorstandsmitglied im LSA. "Die SchülerInnen haben ihre Forderungen formuliert, jetzt müssen
Bund und Länder handeln."
Aktualisiert ( Dienstag, 26. Januar 2010 12:01 )